BCR-ABL-FISH

Indikation

Das Philadelphia-Chromosom ist das Kennzeichen der typischen chronischen myeloischen Leukämie (CML). Das durch die reziproke Translokation t(9;22)(q34;q11) der Chromosomen 9 und 22 entstehende Chromosom führt zu einen neuen bcr-abl-Genprodukt welches nach Translation der mRNA zu einem Protein führt, welches zu einer Alteration des transkribierten Enzyms Tyrosinkinase/G-Protein-RAS führt. Dies bewirkt ein Ausbleiben der Apoptose in den betroffenen Zellen und somit die Entwicklung zur Tumorzelle.

Die bcr-abl-Translokation findet sich bei folgenden Leukämien:

  • chronisch-myeloische Leukämie (CML) ca. 99%
  • akute lymphatische Leukämie (ALL), Erwachsene ca. 20%
  • akute lymphatische Leukämie (ALL), Kinder ca. 5%
  • akute myeloische Leukämie (AML) ca. 2%

Somit stellt der Nachweis der bcr-abl-Translokation einen wichtigen Baustein bei der Diagnose der typischen CML dar.

Testmaterial

formalinfixiertes, paraffineingebettetes Material (FFPE)

Untersuchungsverfahren

Es wird eine zweifarbige Fluoreszenz-in situ-Hybridisierung zum Nachweis einer bcr/abl-Translokation durchgeführt. Dabei werden zwei verschiedenfarbige DNA-Sonden verwendet: eine grün-markierte bcr-spezifische Probe (22q11.2) sowie eine rot-markierte abl-spezifische Probe (9q34).

Ein Translokationsereignis wird durch ein rot/grünes Fusionssignal in den betreffenden Zellkernen angezeigt.

Zellkerene ohne bcr-abl-Fusionsprodukt: links: 22q-Sonde-rot & 9q-Sonde grün ohne Fusion, rechts: DAPI-Bild der Zellkerne

Bearbeitungsdauer

ca. 3-4 Arbeitstage

Typische Probleme

keine auswertbaren Signale, insbesondere bei schlechter (später) Fixation oder bei Verwendung von ungepuffertem Formalin

Entkalkungsartefakte bei hohem Knochenanteil in der Beckenkammbiopsie