BRAF-Mutation (Exon 15)

Indikation

Metastasierende maligne Melanome, die eine BRAF-V600-Mutation aufweisen, sprechen auf eine Therapie mit einem Wirkstoff (Vemurafenib) an, der selektiv diese Mutation ausschaltet. Die FDA-Zulassung von Zelboraf stützt sich auf die Ergebnisse von zwei klinischen Studien (BRIM3 und BRIM2) bei Patienten mit BRAF-V600E-Mutation-positivem inoperablem oder metastasierendem Melanom.

Die Therapie mit Vemurafenib zeigte in den Studien folgende Ergebnisse:

  • In BRIM3 wurde das Sterberisiko für Patienten, die Vemurafenib erhielten, verglichen mit den Patienten unter Chemotherapie um 56 Prozent verringert (Hazard Ratio [HR] = 0,44, p<0,0001). Zum Zeitpunkt der Analyse war das mediane Gesamtüberleben der Patienten, die Vemurafenib erhielten, noch nicht erreicht und betrug 7,9 Monate für die Patienten unter Chemotherapie.
    Patienten, die Vemurafenib erhielten, hatten auch ein um 74 Prozent reduziertes Risiko für das Fortschreiten ihrer Erkrankung oder zu versterben, verglichen mit Patienten, die eine Chemotherapie erhielten (HR = 0,26, p<0,0001). Das mediane PFS betrug 5,3 Monate für die mit Vemurafenib behandelten Patienten und 1,6 Monate für Patienten unter Chemotherapie.Die bestätigte, vom Prüfarzt beurteilte Ansprechrate (erfasst alle Patienten, bei denen der Tumor schrumpfte) betrug 48,4 Prozent bei den Patienten, die Vemurafenib erhielten (1 Prozent mit vollständigem Ansprechen und 47,4 Prozent mit teilweisem Ansprechen), verglichen mit 5,5 Prozent (teilweises Ansprechen) bei den Patienten, die eine Chemotherapie erhielten (p<0,0001).

Bei Patienten mit kolorektalem Karzinom zeigte sich ein Zusammenhang zwischen BRAF-Mutationsstatus und medikamentöser anti-EGFR-Therapie – insbesondere bei Patienten mit einem Wildtyp-Status des KRAS-Gens.

Maligne Melanome zeigen häufig Mutationen BRAF-Mutationen, die ein molekulares Target der Therapie mittels des Tyrosininaseinhibitors Vemurafenib (Zelboraf) darstellen. Gemäß der BRIM2- als auch der BRIM3-Studie wurde dieser Tyrosinkinaseinhibitor für die Therapie des malignen Melanoms in Deutschland zugelassen.

Papilläre Schilddrüsenkarzinome weisen in 40-60% eine BRAF-Mutation auf. Diese stellt ein primäres Ereignis, einen negativen prognostischen Marker und einen möglichen Ort der pharmakologischen Intervention bei diesem Tumortyp dar.

Kolonkarzinome mit BRAF-V600-Mutation sind serratierte Adenokarzinome. Mittels weiterer Marker unter Einschluß der Bestimmung der BRAF-Mutation können low-risk und high-risk Subtypen serratierter Adenokarzinome identifiziert werden. BRAF-mutierte Patienten mit Kolonkarzinom im Stadium III haben eine deutlich schlechtere Prognose (OS, overall survival). Besonders schlecht ist die Prognose bei Patienten mit BRAF-Mutation und Mikrosatellitenstabilität (MSS).

Haarzellleukämie: Die BRAF-V600-Mutation tritt in ca. 70% der Patienten mit diesem Tumor auf und kann somit als additiver diagnostischer Marker genutzt werden.

Astrozytome, insbesondre bei Kindern weisen bei etwa 10% der Patienten eine BRAF-V600-Mutation auf. Bei diesen Patienten können BRAF-spezifische Inhibitoren angewandt werden, die auf dem Nachweis dieser Mutation basieren.

Testmaterial

formalinfixiertes, paraffineingebettetes Material (FFPE)

Untersuchungsverfahren

Die BRAF-Sequenzanalyse erfordert einen hohen Reinheitsgrad an Tumor-DNA. Aus diesem Grund wird das Tumorgewebe manuell aus entparaffinierten Gewebeschnitten disseziert. Nach der Isolierung genomischer Tumor-DNA wird der für Exon15 spezifische Sequenzabschnitt mittels PCR amplifiziert. Das resultierende PCR-Produkt (ca. 230bp) wird aufgereinigt und bidirektional anhand der Didesoxymethode nach Sanger sequenziert.
Die Sequenzdaten werden mit den Angaben aus der NCBI-Datenbank (ID# NM_004333.4 (= Wildtyp-Sequenz)) abgeglichen.

Mutationshotspot Codon 600 in Exon 15 des BRAF-Gens; Nachweis der Mutation V600E

Bearbeitungsdauer

ca. 3-4 Arbeitstage

Typische Probleme

DNA-Degradation aufgrund schlechter (später) Fixation oder Verwendung von ungepuffertem Formalin