EGFR-FISH

Indikation

EGFR, der Epidermal Growth Factor Receptor, der zur Familie der EGF-Wachstumsfaktorrezeptoren gehört, entspricht dem HER1 Rezeptor (ErbB-1) und ist wesentlich in die Steuerung von Zellwachstum und programmiertem Zelltod einbezogen. Damit ist er bei verschiedenen Tumoren von herausragender Bedeutung für die Tumorgenese und Wachstumssteuerung.

Der EGFR ist ein 170 kDa membrangebundenes Protein aus 1186 Aminosäuren welches in 28 Exonen, entsprechend 190.000 Nukleotiden kodiert wird.

Nach verschiedenen Untersuchungen ist der Kopienstatus des egfr-Gens ist von entscheidender Bedeutung bei der spezifischen Antikörpertherapie (targeted therapy) von Kolonkarzinomen mit Cetuximab (Cappuzzo et al. Ann Oncol 19.2008.pp. 717-723).

Somit bietet die egfr-FISH-Untersuchung die Möglichkeit, den therapeutischen Erfolg einer Cetuximab-Therapie besser vorauszusagen, als nur mittels k-ras-Mutationsanalyse allein.

Testmaterial

formalinfixiertes, paraffineingebettetes Material (FFPE)

Untersuchungsverfahren

Der egfr-Status wird durch Hybridisierung einer fluoreszenzmarkierten DNA-Sonde mit Zellkernen von Tumorgewebeschnitten ermittelt. Dazu erfolgt eine zweifarbige Fluoreszenz-in situ-Hybridisierung (FISH) zum Nachweis des egfr-Genkopie-Status durchgeführt. Dabei werden zwei verschiedenfarbige DNA-Sonden verwendet: eine grün-markierte EGFR-spezifische Probe (7p13) und eine orange-markierte Zentromer 7-spezifische Probe.

EGFR-FISH: links: grün-EGFR-Sonde und rot-CEN17-Sonde, rechts: DAPI-Färbung der Zellkerne

Bearbeitungsdauer

ca. 3-4 Arbeitstage

Typische Probleme

keine auswertbaren Signale, insbesondere bei schlechter (später) Fixation oder bei Verwendung von ungepuffertem Formalin