EWS-Bruchpunkt-FISH

Indikation

Das EWSR1-Gen (Ewing sarcoma breakpoint region 1) ist auf dem langen Arm von Chromosom 22 an der Position 12.2 lokalisiert und umfasst die Basenpaare 29.663.997 bis 29.696.514. Defekte des Gens können das Ewing-Sarkom induzieren, weshalb es auch diagnostisch zusammen mit der konventionellen Histologie sowie der Immunhistochemie für dessen Diagnostik benutzt werden kann.

Bei Ewing Sarkomen wurden folgende Translokationen nachgewiesen:

  • t(11;22)(q24;q12) mit FLI1
  • t(7;22)(p22;q12) mit ETV1
  • t(21;22)(q22;q12) mit ERG
  • t(9;22)(q22-31;q11-12) mit NR4A3
  • t(2;21;22)(q23;q22;q12) welches ein EWSR1-FEV Fusionsprotein induziert, welches potentiell onkogen ist

Andere Tumoren bei denen EWSR1-Translokationen auftreten sind:

  • Desmoplastischer Rundzelltumor (DSRCT) mit t(11;22)(p13;q12) mit WT1
  • Klarzellsarkom (malignant melanoma of soft parts (MMSP)) mit t(12;22)(q13;q12) mit ATF-1.
  • kleinzelliges Rundzellsarkom t(11;22)(p36.1;q12) mit PATZ1
  • angiomatoides fibröses Histiozytom mit t(12;22)(q13;q12) mit ATF1 oder t(2;22)(q33;q12) mit CREB1

Auch wenn der Translokationspartner nicht bekannt ist, kann eine Bruchpunktanalyse des EWSR1-Gens durchgeführt werden.

Testmaterial

formalinfixiertes, paraffineingebettetes Material (FFPE)

Untersuchungsverfahren

Es wird eine zweifarbige Fluoreszenz-in situ-Hybridisierung zur Charakterisierung des EWSR1-Genlokus (22q12) durchgeführt.

Dabei werden zwei verschiedenfarbige DNA-Sonden verwendet, die beide im Bereich des EWSR1 -Gens hybridisieren – eine in Richtung Telomer (grün), die zweite in Richtung Zentromer (rot). Diese Sonde führt in normalen Zellkernen zu jeweils zwei rot/grünen Fusionssignalen, im Falle eines Bruchereignisses zu roten und grünen Einzelsignalen.

Bearbeitungsdauer

ca. 3-4 Arbeitstage

Typische Probleme

keine auswertbaren Signale, insbesondere bei schlechter (später) Fixation oder bei Verwendung von ungepuffertem Formalin