Gelenkinfektionen-Diagnostik

Die Infektionsdiagnostik bei Gelenkinfektionen basiert zunächst auf dem Nachweis einer granulozytären Entzündungszellinfiltration. Dabei wird der Anteil neutrophiler Granulozyten (CD15-positiver Zellen) pro Flächeneinheit ermittelt. Diese Methode erlaubt zwar die Verdachtsdiagnose auf das Vorliegen einer Infektion, ist aber insbesondere in Hinsicht auf die auslösenden Erreger und damit hinsichtlich der therapeutischen Konsequenzen nicht aussagefähig. Auch die Antibiotikasensitivität kann morphologisch aber meist auch mikrobiologisch/Kulturell nicht ermittelt werden, da die Erreger meist nich oder zumindest sehr schlecht anzüchtbar sind.

Ergänzt wird die konventionell morphologische Methode durch  molekularpathologische Untersuchungen bei der die Erreger-DNA oder RNA detektiert wird.

Zur Detektion bakterieller und fungaler Infektionen in der Synovialflüssigkeit und im synovialen und periprothetischen Gewebe stehen verschiedene Multiplex-PCR-Tests zur Verfügung, die auch die molekularbiologische Erfassung verschiedener Antibiotika-Resistenzen beinhaltet (z.B. VYOO-Test). Ergänzt wird dieser Test durch eine PCR zur Diagnose einer Infektion mit Proprionibacterium acnes, welches nicht im genannten Testsystem enthalten ist.

Als reaktive Arthritiden werden Gelenkentzündungen bezeichnet, bei denen die Infektion entfernt vom Gelenk auftritt. Häufig sind hier jedoch Erreger oder deren DNA/RNA auch im Gelenk nachweisbar. Ein großer Anteil „unspezifischer Oligarthritiden“ wird z. B. durch Chlamydieninfektionen verursacht.

Auch der Nachweis von Borrelien-DNA bei der Lyme-Arthritis trägt als ein Kriterium zur Diagnose bei.

Granulomatöse Synovialitiden werden zunächst durch wenig sensitive konventionelle diagnostische Verfahren (Polarisation, Ziehl-Neelsen-Reaktion, PAS/Grocott-Reaktion, Gram-Färbung) bezüglich Ihres auslösenden Agens eingeengt. Anschließend erfolgt eine PCR kombiniert mit Chip/Strip- oder Geldetektionsverfahren zur Identifizierung der Erreger-DNA.

Zur Diagnose von Virusinfektion im Gelenk stehen eine Reihe von DNA- und RNA-basierten Tests zur Verfügung.

Neue Entwicklungen zur Infektionsdiagnostik schließen MALDI-TOF- und MALDI-TOF-Imaging-Techniken ein.