Herpes Viren (HHV)

Indikation

Humane Herpes Viren (HSV, EBV, CMV, VZV, HHV6), sind beim Menschen weit verbreitet und können verschiedenste Erkrankungen auslösen.

Das Herpes simplex Virus (HSV 1 und HSV2) infiziert bevorzugt die Schleimhaut im Mund-Rachen-Raum und im Genitaltrakt, wo es zur Bläschenbildung mit sekundärer Ulzeration führt. Das Virus kann aber auch andere, in der Regel plattenepithelial bedeckte Schleimhautareale, wie z.B. den Ösophagus infizieren.

Das Epstein-Barr-Virus (EBV) führt bei 30-60% der Infizierten zur infektiösen Mononukleose (Pfeiffersches Drüsenfieber), bei den anderen Patienten verläuft die Infektion ohne klinische Symptomatik. Ab dem 40. Lebensjahr sind ca. 98% aller Menschen infiziert. Nach der Erstinfektion verbleibt das Virusgenom in der Regel lebenslang im infizierten Wirt. Die EBV-Infektion spielt eine wichtige ätiologische Rolle bei folgenden Tumoren:

  • Morbus Hodgkin
  • Burkitt-Lymphom
  • andere B-Zell-Lymphome
  • nasopharyngeales Karzinom
  • PTLD (posttransplantative lymphoproliferative Erkrankung)

Das Cytomegalievirus (CMV) verursacht bei der Erstinfektion in 99 % der Fälle keine oder nur  geringen Krankheitssymptome. Lebensbedrohende Infektionen wie eine Myokarditis, Thrombozytopenie oder Pneumonie sind beim gesunden Patienten selten. Bei immunsupprimierten Patienten kann eine CMV-Neuinfektion oder eine CMV-Reaktivierung zu schwerwiegenden Erkrankungen führen. So kann es zu einer CMV- Kolitis mit Diarrhoen kommen, bei nierentransplantierten Menschen kann eine CMV-Reaktivierung zu einer Transplantat-Funktionsverschlechterung und womöglich sogar zum Verlust des Transplantates führen. Bei 30 % der AIDS-Patienten, die keine hochaktive antiretrovirale Therapie erhalten, befällt das Virus die Netzhaut und führt zum Erblinden.

Das Varizella-Zoster-Virus (VZV) führt bei Erstinfektion zur Windpocken-Erkrankung. Nach einer jahrelangen Latenzphase können verschiedene Auslöser, besonders bei einer Schwächung des Immunsystems, eine Zweiterkrankung/Virusreaktivierung induzieren. Diese bewirkt nun die sogenannte Gürtelrose. Eine VZV-Infektion während der Schwangerschaft kann zu schwerwiegenden Entwicklungsstörungen des Ungeborenen führen.

Das humane Herpesvirus 6 (HHV6 Typ A und B) führt wahrscheinlich selten zu einer klinisch manifesten Erkrankung, obwohl ca. 80% der Bevölkerung im Laufe des Lebens infiziert werden. Klinisch kann HHV6 selten eine symptomatische Infektion bedingen, diese äußert sich meist als Drei-Tage-Fieber. Desweiteren wird HHV6 als Auslöser des sogenannten chronischen Erschöpfungssyndroms (chronic fatigue syndrome) diskutiert. Selten kann das Virus eine Herzmuskelentzündung bzw. eine Kardiomyopathie auslösen. Zudem ist das Virus seit längerem als möglicher Faktor bei der Entstehung der Multiplen Sklerose in der Diskussion. Eindeutige Daten, die eine Beteiligung an diesen Erkrankungen beweisen würden, gibt es aber bisher nicht.

Testmaterial

formalinfixiertes, paraffineingebettetes Material (FFPE)

Untersuchungsverfahren

Für den Virusnachweis aus Paraffinmaterial wird das Gewebe eines vollständigen histologischen Schnitts verwendet. Nach der DNA-Isolation aus dem Gewebe erfolgt eine spezifische Amplifizierung eines Fragments des DNA-Polymerase-Gens mittels nested Multiplex-PCR.

Die spezifischen Amplifikate werden mittels Gelelektrophorese aufgetrennt und anhand der spezifischen Fragmentlänge typisiert (EBV 54bp, HHV6 66bp, CMV 78bp, VZV 98bp, HSV1/2 120bp).

Ergebnis einer HHV-Multiplex-PCR-Analyse: vlnr: 25bp-Standard; Positivkontrolle (EBV); Negativkontrolle; Patient 1(Duplex-Ansatz, HHV6-positiv); Patient 2 (Duplex-Ansatz, negativ)

Bearbeitungsdauer

ca. 3-4 Arbeitstage

Typische Probleme

DNA-Degradation bei schlechter Fixierung

zu wenig eingebettetes, formalinfixiertes Material