IGH-Bruchpunkt-FISH

Indikation

Die Beteiligung des IgH–Genokus (14q32) ist an vielfältigen chromosomalen Umlagerungen insbesondere bei hämatologischen Tumoren bekannt. So ist z.B. die Translokation t(8;14)(q24;q32) charakteristisch für das Burkitt-Lymphom. Ist der Translokationspartner jedoch nicht bekannt, kann eine IgH-Bruchpunktanalyse durchgeführt werden, um einen Hinweis auf eine maligne Erkrankung zu erhalten.

Untersuchungsverfahren

Es wird eine zweifarbige Fluoreszenz-in situ-Hybridisierung zur Charakterisierung des IgH-Gens durchgeführt. Dabei werden zwei verschiedenfarbige DNA-Sonden verwendet, die beide im Bereich IGH-Gens (14q32) hybridisieren – eine in Richtung Telomer, die zweite in Richtung Zentromer. Diese Sonde führt in normalen Zellkernen zu jeweils zwei rot/grünen Fusionssignalen, in Tumorzellen zu roten und grünen Einzelsignalen.

Nachweis eines Bruchereignisses im Bereich des IGH-Gens; links: Hybridisierungssignale, rechts: DAPI-Kernfärbung

IGH-FISH: links: 1xnormale IGH-Region mit oragnefarbenen Fusionssignal sowie einem Split-Signal mit rotem und grünem Einzelsignal, rechts: DAPI-Färbung des Zellkerns

Testmaterial

formalinfixiertes, paraffineingebettetes Material (FFPE)

Bearbeitungsdauer

ca. 3-4 Arbeitstage

Typische Probleme

keine auswertbaren Signale, insbesondere bei schlechter (später) Fixation oder bei Verwendung von ungepuffertem Formalin