k-ras-Mutations-PCR

Anwendungsbereich

Bei der palliativen Therapie des kolorektalen Karzinoms werden in der modernen Targettherapie gegen EGF-Rezeptoren gerichtete Antikörper wie z.B. Panitimumab oder Cetuximab eingesetzt.

Die Blockade des EGF-Rezeptors ist aber nur sinnvoll, wenn ein KRAS-Wildtyp vorliegt, da bei einer aktivierenden Mutation von KRAS eine Therapie mit EGFR-Antikörpern in der Regel wirkungslos ist.
Verantwortlich dafür ist, dass die KRAS-Mutation zu einer EGF-Rezeptor-unabhängigen Aktivierung des RAS-Signalweges in der Zelle führt.Die bekanntesten Hot-Spots für Mutationen liegen im Codon 12 und 13 sowie erheblich seltener im Codon 61 (<2%).

Testmaterial

KRAS-Chip zur Detektion der KRAS-Mutationen in Codon 12 und 13formalinfixiertes, paraffineingebettetes Material (FFPE); mindestens 1x1mm Tumorgewebe ohne wesentliche Nekrosen

Untersuchungsverfahren

Zum Nachweis der Mutation erfolgt nach nach Mikrodissektion geeigneter Tumoranteile die Isolation der DNA aus dem Tumorgewebe  gefolgt von einer PCR mit nachfolgender Sequenzierung oder Chip-Hybridisierung. Dabei werden Mutationen in den untersuchten Codons 12 und 13 sicher nachgewiesen.

Hybridisierungsergebnisse KRAS Codons 12 und 13: Wildtyp (links); Mutation Codon 12, Austausch Glycin durch Serin (Mitte); Mutation Codon 13, Austausch Glycin durch Asparaginsäure (rechts)

Der Nachweis der Mutation schließt damit die betroffenen Patienten von einer EGF-Rezeptor-Antikörpertherapie aus, während der Nachweis des Wildtyps von KRAS, insbesondere mit Nachweis eine Amplifikation des EGFR mittels FISH auf eine Eignung für die Antiköpertherapie hinweist.

Eine Sonderstellung unter den Mutationen nimmt möglicherweise die Mutation G38A, Position 38 (Codon 13) G durch A ersetzt mit dem Aminosäureaustausch von Glycin durch Asparaginsäure ein. Prinzipiell handelt sich um Kolonkarzinome mit einer Mutation des k-ras-Gens, welches gemäß aktueller Leitlinien sowie dem Zulassungstext der Medikamente auf eine Resistenz gegenüber EGF-Rezeptor-Antikörpern, wie z.B. Panitumumab bzw. Cetuximab, hinweist. Nach aktuellen Untersuchungen haben Patienten mit der hier vorliegenden G13D-Mutation (=G38A) bei Behandlung mit Chemotherapie und Cetuximab (trial NCIC CTG CO.17) ein verbessertes progressionsfreies (PFS) und Gesamtüberleben, verglichen mit Patienten mit anderen KRAS-Mutationen. Eine Therapie entsprechend Patienten mit Wildtyp könnte hier erwogen werden (De Roock, 2010).

Bearbeitungsdauer

ca. 3-4 Arbeitstage

Typische Probleme

  • Tumorgewebe mit hohem Anteil an Nekrosen
  • Material aus Rektumresektat nach neoadjuvanter Radiochemotherapie: zu wenig vitales Tumorgewebe bei „Good Respondern“, deshalb besser: prätherapeutische Biopsie analysieren
  • DNA-Degradation bei schlechter Fixierung