Melanom-Diagnostik

Molekularpathologiche Methoden, die in der Diagnostik von Melanomen angewandt werden umfassen zum einen Biomarker, die das Ansprechen auf eine entsprechende Therapie voraussagen, zum anderen solche, die eine Einordnung als benigne oder maligne melanozytäre Läsion unterstützen.

BRAF-Mutationsanalyse

Von besonderer Bedeutung für das Wachstum von Melanomen ist der EGFR-Signaltransduktionsweg (EGFR: Epidermal Growth Factor Receptor), der Wachstumssignale des EGF-Rezeptors in den Zellkern weiterleitet. Der aktivierte EGFR-Transduktionsweg forciert Wachstum (Proliferation), Zellüberleben (anti- Apoptose), Gefäßbildung (Angiogenese) und Metastasierung (Ausbildung von Motilitätsstrukturen). Bei etwa 80% aller Melanome findet sich eine aberrante Aktivierung dieser Signalwege, die zu einem ungehemmten Tumorwachstum führt. Einer der Hemmstoffe dieser Moleküle, (V600E-BRAF-Mutation, Austausch von Valin zu Glutaminsäure in Kodon 600) Vemurafenib (Zelboraf),  ist bereits zur Behandlung von Melanompatienten zugelassen.

C-KIT-Mutationsanalyse

Etwa 28%-39% der malignen Melanome, die in chronisch Sonnen-geschädigter Haut entstehen, aber auch Melanome der Akren und Schleimhäute zeigen eine C-KIT-Mutation (Guo J, Si L, Kong Y, et al.: Phase II, open-label, single-arm trial of imatinib mesylate in patients with metastatic melanoma harboring c-Kit mutation or amplification. J Clin Oncol 29 (21): 2904-9, 2011). Diese erlaubt die Therapie mittels Verwendung von C-KIT-Inhibitoren (Studien!), wenn aktivierende Mutationen von C-KIT mittels Mutationsanalyse nachgewiesen werden konnten.

Melanoma-FISH

Bei einigen Patienten ist es schwierig eine benigne melanozytäre Läsion von einem Melanom zu unterscheiden. Hierzu ist ein Testverfahren etabliert, welches mittels FISH DNA-Abnormitäten in 4 verschiedenen Chromosomen untersucht und so die diagnostische Einordnung unterstützt.

MALDI-TOF

Die Massenspektrometrie bietet einen zusätzlichen diagnostischen Ansatz, um Spitz-Nävi von spizoiden Melanomen zu unterscheiden. (Lazova et al. 2012, Am J Dermatopathol, 34(1):82-90). Dieser Test steht in Kürze zur Verfügung.

micro-RNA

Es wurden kürzlich spezifische micro-RNA-Muster in Melanom-Subtypen publiziert (J Invest Dermatol. 2012). Die Einführung dieser Marker in die molekulapathologische Routinediagnostik wird gegenwärtig in unserem Labor überprüft.