Polyoma BK-Virus

Indikation

Polyomaviren sind unbehüllte DNA-Viren, die ubiquitär in der Bevölkerung vorkommen. Primärinfektionen verlaufen in der Regel asymptomatisch.

Polyomavirus BK (BKV, humanes Polyomavirus 1) ist mit Nieren- und Harnwegserkrankungen assoziiert – bevorzugt bei Patienten unter Immunsuppressiver Therapie (z.B. bei Nierentransplantation).

Das Polyomavirus JC (JCV, humanes Polyomavirus 2) verursacht die neurologische Erkrankung progressive multifokale Leukoenzephalopathie, die häufig bei AIDS-Patienten auftritt.

Testmaterial

formalinfixiertes, paraffineingebettetes Material (FFPE)

Untersuchungsverfahren

Zum Nachweis von Polyomaviren wird aus dem Probenmaterial DNA isoliert und anschließend mittels Realtime-PCR ein spezifisches 172 bp (JCV) bzw. 175 bp (BKV) großes Fragment amplifiziert.

Als interne Amplifikationskontrolle wird ein 658 bp großes Fragment amplifiziert. Diese interferiert nicht mit dem Virus-PCR-Produkt. Es liefert lediglich eine Schmelzkurven bei gering konzentrierten DNA-Proben bzw. der Negativkontrolle.

Schmelzkurvenanalyse: links: Schmelzkurve für interne Amplifikationskontrolle (ca. 50°C), rechts: Schmelzkurve der Positivkontrolle (ca. 65°C)

Bearbeitungsdauer

ca. 3-4 Arbeitstage

Typische Probleme

DNA-Degradation bei schlechter Fixierung